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Schottland 2013

 
 

Bis Ende Oktober sollten noch 4 Resturlaubstage verbraucht werden, die Tage um Allerheiligen waren ideal für einen Kurzurlaub. Ein Fernsehbericht über Alladale in den Schottischen Highlands gab den Anstoß unseres Reisezieles, denn in diesem riesigen Wildgehege werden unter anderem auch Elche in ihrem natürlichen Lebensraum angesiedelt. 

Vor genau 10 Jahren waren wir das erste Mal in Schottland, damals sind wir aber nur bis Dunrobin Castle gekommen, das eigentliche Hochland holen wir jetzt nach.

 

Start und Ziel ist Edinburgh und dazwischen liegen auf einer ungefähre Route um die 50 "Points of Interest", wie ich sie in unser Navi eingegeben habe.

Tag 1 - Samstag, 26.10.13 - Ankunft

 

Abflug ist um 8:50, wir haben uns diesmal entschieden, mit der Schnellbahn zum Flughafen zu fahren. Unsere am Vorabend gepackte Tasche ist knallvoll, in weiser Voraussicht stopfe noch die große blaue Falttasche zu den Stativen. Diese läßt sich relativ klein zusammenlegen und erhöht im Notfall unser Gepäckvolumen um 100 Prozent. 

 

Sicherheitshalber lasse ich die Stativtasche in der Schnellbahn am Sitz neben mir. 2011 - am Weg nach Las Vegas - habe ich die Stative ja in der Gepäckablage vergessen und mein Bruder Manfred rettete die Tasche  mit ein paar Anrufen bei seinen Kollegen von der ÖBB.

 

Ankunft am Flughafen Wien: wir stolpern auf eine Baustelle unter freiem Himmel und hanteln uns an gelb behelmten Bauarbeitern (zum Glück hinter Gitter) auf den Bahnsteig. Karsten hat sich eine Verkühlung zugezogen und hustet verärgert vor sich hin. Fängt ja schon recht gemütlich an! 

 

Da wir die letzten Abflüge mit dem Airportdriver angekommen sind, kennen wir den Weg vom Bahnhof zum Abflugschalter nicht und mit mehr Glück als Verstand gehen wir schnurstracks zum LH Check In. Daß man hierbei wieder ein Stück im Freien gehen muß, ist besonders ausgeklügelt - Hut ab!

 

In der Diners Lounge frühstücke ich zwei altbackene Mini-Semmeln mit Marmelade - ein Witz, besonders, da man jetzt einen ziemlich hohen Umsatz mit der Diners Card vorweisen muß, um die Lounge gratis zu benützen.

Aber lange halten wir uns sowieso nicht auf, unser erster Flug ist zum Boarden bereit und kurz nach 10 Uhr landen wir im verregneten Frankfurt.

Im Bus fällt uns eine ältere Dame unangenehm auf, die sich unter Einsatz ihrer Ellenbogen vor mir aus dem Ausgang drängt. Bei Karsten hat sie das auch versucht, der hat allerdings mit seinem Fotorucksack gekontert. Benehmen ist offensichtlich kein Privileg 

Diners Lounge am Flughafen Wien

in der Diners Lounge am Flughafen

des Alters oder des Aussehens, denke ich mir und haste Karsten nach. Dabei wünsche ich der alten Pfludern alles erdenklich Schlechte!

 

In unserem Ärger verpassen wir den Weg zu den Transitflügen und müssen noch einmal durch den Sicherheits-Check. Jetzt ist aber Karsten - as usual - fällig: Nach einer Leibesvisitation folgt er mit seinem brandgefährliche Blitzlicht in der Hand zum Sprengstoff Kontrollraum. Langhaarige sind nun mal eine Gefahr. Zum Glück hat er sich gestern abend rasiert - nicht auszudenken!

 

Edinburgh empfängt uns mit besserem Wetter, hie und da blitzt sogar die Sonne durch die dichten Wolken. Bei den Gepäcksbändern greife ich mir einen verwaisten Trolley - eine hervorragende Idee, wie sich herausstellt, denn der Weg zum Rental Car Center zieht sich ziemlich.

 

Wie üblich stehen die meisten Leute beim Europcar Schalter. Durch unseren forschen Schritt haben wir aber drei potentielle Mitbewerber überholt. Ha!

Fünfzehn Minuten später können wir unseren silbernen Vauxhaul Zafira übernehmen, nachdem mich der Vermieter gefragt hat, ob ich schon einmal so ein großes Auto gefahren habe. Nochmal Ha!!

Opel Zafira Firth Of Forth Bridge Scotland

für Schottland haben wir einen Opel Zafira bekommen

Jetzt ist es Zeit, daß ich unseren Vermieter Dave Steward anrufe. Weder verwandt noch verschwägert mit Annie Lennox. Wir sollen uns ja melden, wenn wir am Weg sind. Trotzdem ist er leicht überraschet, daß wir jetzt schon kommen. Hallo? Wir sind total in der Zeit. Hoffentlich müssen wir nicht ewig auf ihn warten.

 

Nach ein paar Minuten hab ich das Auto wieder im Griff, ist ja das selbe Modell wie in Südengland, wenn auch mit anderer Ausstattung, wie Karsten sofort feststellt. 

Edinburgh Lawnmarket

Unsere Aussicht aus dem Apartment auf den

Lawnmarket und die Tolbooth Kirk

Bis in die Innenstadt brauchen wir eine knappe halbe Stunde und da man vor unserem Apartment nicht parken darf, biege ich gleich Richtung Market Street ab, wo wir auch einen Parkplatz finden. Die Stunde kostet 3 Pfund, ich quetsche aus meinem prall gefüllten Geldbörserl (die Münzen müssen sich in den letzten Monaten vermehrt haben) so viel raus, daß wir bis 15:40 parken dürfen. 

 

Dann schleppen wir unser Gepäck die steilen Straßen zur High Street hinauf und treffen Dave vor dem Apartment. 

Die Wohnung liegt im 2. Stock, Karsten trägt die schwere Tasche wie ein Walroßbaby keuchend die enge Rundtreppe hinauf. 

Dave erklärt uns noch die nette Wohnung mit Blick auf den belebten Lawnmarket und entschwindet mit einem Gruß. 

 

Schlafzimmer, Bad und Wohnküche, unsere Bleibe für die nächsten zwei Tage. Es ist ziemlich heiß und wir schieben die Fenster hoch. Dabei fällt ein orange gemusteter Schmetterling auf den Boden. Ich nehme ihn auf meinen Finger und lasse ihn aus dem Fenster fliegen.

Vis-a-vis spielt eine Schülerband auf diversen Blechblasinstrumenten. Ich hoffe, die haben bald Feierabend. 

Dann wird es Zeit, das Auto umzuparken. Mit Hilfe des Navis finden wir schließlich das Parkhaus vom Radisson Blu, nicht weit von unserem Apartment. 

Bei Garfunkel's stillen wir unseren Hunger, Haggis Bites. 

Währenddessen kommt eine besoffene Gruppe junger Schotten rein, einer von ihnen trägt eine Unterhose mit der schottischen Flagge über einem Ganzkörperanzug in rotem Schottenmuster. Am Kopf eine Schottenmütze mit roten Haaren. Definitiv eine Wette verloren! Der Kellner bedauert und sie ziehen wieder ab.

Es hat zu regnen begonnen und die Temperatur ist drastisch abgesunken. Jetzt besuchen wir jeden Souvenirladen, allein schon um ums aufzuwärmen.

Da man ab 18:30 das ganze Wochenende gratis in der Innenstadt parken darf, gehen wir zurück zur Garage. Wir finden den Eingang

nicht (der Ausgang ist nur von innen zu öffnen!) und laufen einmal um den Block. Als ich keuchend die Parkkarte in den Automaten stecke, bin ich um 2 Minuten und 2,80 Pfund zu spät dran. Hurra!

Wir finden in der näheren Umgebung einen Parkplatz und nach ein paar Versuchen - Linkseinparken mit einem englischen Auto ist eine Herausforderung - paßt unser Zafira auch in die Lücke. Jetzt hoffen wir, daß man auch dort kostenlos parken darf, wo "for permit holders only" steht. Unser Vermieter hat es jedenfalls behauptet.

 

Um 21 Uhr haben wir eine Tour bei "The Real Mary King's Close" gebucht. Closes nennt man die kleinen Gäßchen, die rechts und links von der Royal Mile abzweigen. Oftmals sind diese Gassen so schmal, daß man die Hauswände mit ausgestreckten Armen berühren kann.

Im 17. Jahrhundert wurden durch den Bevölkerungsanstieg immer mehr Stockwerke angebaut, bis zu 14 Stock hoch reichten die Gebäude. Die Sonne fand selten ihren Weg in diese Gassen, in denen es voller Menschen, Tieren und Abfall wimmelte. So wurden etwa zweimal am Tag alle Eimer, die den Familien als Toiletten dienten, einfach auf die steile Straße geleert. Dort floß der Dreck bis in einen heute ausgetrockneten See, jetzt befindet sich an der Stelle Princes Street Gardens. 

 

Im Verlauf der Geschichte wurden diese Closes teilweise zugemauert und man baute eine neue Stadt darüber. Heute ist dieser Teil der Geschichte Edinburghs mit geführten Touren zu besichtigen. Unser Guide heißt Agnes, ist in mittelalterliches Gewand gekleidet und erzählt auf sehr amüsante Weise die Geschichte des Mary King's Close.

Obwohl es dort unten spuken soll, haben wir keinen Geist gesehen. Trotzdem ist die Tour sehr empfehlenswert!

Vor unserem Apartment haben schöne bunte Oldtimer geparkt. Nach kurzer Zeit waren sie aber wieder weg. 

Oldtimer in Edinburgh

bunte Oldtimer vor unserem Apartment

Tag 2 - Sonntag, 27.10.13 - Edinburgh

 

Unser Badezimmer hat ein gläsernes Waschbecken. Das sieht zwar cool aus, ist aber nicht sehr pflegeleicht. Noch dazu ist der Wasserhahn zu knapp am Rand, d.h. es spritzt ständig Wasser drüber. 

Danke für dieses Erlebnis, sollte ich je an den Kauf eines solchen Teils gedacht haben....

Für das Frühstück suchen wir uns ein Lokal in unserer Nähe, zum selber Kochen mangelt es an Begeisterung. 

Lady Stair's Close, Edinburgh

In einem der rosa Häuser haben wir gewohnt, Lady Stair's Close.

The Writer's Museum, Lady Stair's Close, Edinburgh

The Writer's Museum, Lady Stair's Close

Schottenrock

Die meisten Schotten in Röcken haben wir in Edinburgh gesehen.

The Writer's Museum, Lady Stair's Close, Edinburgh

The Writer's Museum, Lady Stair's Close

Um 9:30 öffnen sich die Tore zum Edinburgh Castle. Wir kommen eine Viertelstunde vorher auf den großen Platz davor an und an der Rampe zum Tor stellen sich schon die Leute für den Eintritt an.

Kurz vor halb kommen zwei Angestellte raus und alle Leute müssen wieder hinter die Absperrung am Anfang der Rampe. Das gefällt Deutschmanns gar nicht!

 

Pünktlich mit dem Eintritt verschwindet auch die Sonne hinter den Wolken und gleich darauf fängt es leicht zu regnen an. Der Wind wird ziemlich heftig und es ist mit einem Schlag kalt. So schnell geht das hier!

Also legen wir unser Augenmerk in das Innere der Burg.

Edinburgh Castle

Edinburgh Castle

William Wallace, Edinburgh Castle

William Wallace, schottischer Freiheitskämpfer

Cementery for soldier's dogs, Edinburgh Castle

Cementery for soldier's dogs

Robert the Bruce, Edinburgh Castle

Robert the Bruce, einer der bedeutendsten Herrscher Schottlands

The Royal Palace in Crown Square

The Royal Palace in Crown Square

Edinburgh Castle, Esplanade und äußeres Tor

Edinburgh Castle, Esplanade und äußeres Tor

Sehr gut ist die Ausstellung der Kronjuwelen gemacht, dafür sind die Royal Apartments eher dürftig eingerichtet. Jetzt findet auch die Sonne wieder hie und da durch die Wolken. Um elf Uhr sind wir mit der Besichtigung fertig und machen einen Abstecher ins Apartment, das ja nur 150 m von der Burg entfernt ist. 

 

Dort schnappen wir uns Nikki und wandern die steilen Straßen Richtung New Town. So kommen wir auch drauf, wie nahe gestern unser erster Parkplatz war. Und wir sind so einen Umweg gelaufen.  Tja, man kann eben nie genug vorarbeiten...

 

In den Princes Street Gardens unterhalb der Burg machen wir eine schnelle Flying Nikki Fotosession, bereits der zweite Versuch paßt! 

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Der Castle Rock ist der Basaltkegel eines erloschenen Vulkans. Diese Felsformation entstand vor rund 340 Millionen Jahren, als über Jahrhunderte flüssiges Magma aus dem Erdinneren hervorquoll. Nach dem Erkalten der Lava wurde der Kegel mit Sedimenten bedeckt, die durch die Eiszeiten wieder abgetragen wurden. So entstand auch das Plateau, welches etwa 120 Meter über dem Meeresspiegel und circa 80 Meter über dem umgebenden Gelände der Stadt liegt. Nach drei Seiten hin fällt der Fels fast senkrecht ab. An der Ostseite ist die Steigung hingegen so gering, dass das Bergplateau auf dieser Seite problemlos zu Fuß zu erreichen ist. Diese geologische Besonderheit machte den Castle Rock schon früh zu einem idealen Platz für den Bau einer Verteidigungsanlage oder zu einem Rückzugsort bei drohender Gefahr. 

Auf der Princes Street stehen wir plötzlich vor dem Built-a-Bear Shop. Raus kommen wir wenig später mit einem kompletten Schotten-Look inkl. Dudelsack!

 

Das Wetter wechselt im Minutentakt, Sonnenbrille runter, Kapuze auf und wieder runter, Sonnenbrille wieder auf...

So wandern wir die Princes Street hinab bis zum Calton Hill. Von dort oben hat man einen netten Ausblick auf Edinburgh, außgerechnet jetzt wird das Wetter total grauslich. Zum Glück wird Nikki im Plastiksackerl transportiert, das Built-a-Bear Papiersackerl verstaue ich sicherheithalber in Karstens Fotorucksack.

 

In der Princes Mall ruhen wir unsere müden Füße ein wenig aus und nebenbei wandert noch ein viel zu üppiger Snack von KFC in unsere Mägen.

The Rose Fountain, Princes St. Gardens, Edinburgh
Monument zu Ehren Sir Walter Scott, Edinburgh

The Rose Fountain

Monument zu Ehren Sir Walter Scott, Dichter und 1771 in Edinburgh geboren.

Royal Scottish Academy, Edinburgh

Royal Scottish Academy

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Einfahrt zur Waverley Station

saumäßiger Rock - und jetzt meine ich nicht die Bekleidung!

Einfahrt zur Waverley Station

Zurück im Apartment setzen wir die Pause noch fort und kurz nach Vier fahren wir mit dem Auto zur Firth of Forth Railway Bridge. Auch hier wieder ein Wechselbad des Wetters. Nach ein paar Minuten Fotografieren treibt uns der einsetzende Regen zurück ins Auto. Dort warten wir, bis die beeindruckende Metallbrücke beleuchtet wird. 

Auch dann haben wir einen Slot von 10 Minuten, bevor es wieder regnet. 

Firth Of Forth Railway Bridge at night

Die Firth Of Forth Railway Bridge ist die wichtigste Verbindung von den schottischen Lowlands in die Highlands.
Zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung (1890) war sie die Brücke mit der größten Spannweite der Welt.

Forth Road Bridge at night

Forth Road Bridge

Wie vor 10 Jahren nehmen wir anschießend in einem Lokal mit Blick auf die Brücke unser Nachtmahl ein und fahren danach zurück nach Edinburgh. In der Market Street finden wir gleich einen Parkplatz und lösen einen Parkschein für eine Stunde aus, der aber erst morgen um 8:30 zu wirken beginnt. 

 

Dank unserer neuen Ortskenntnis sind wir 5 Minuten später im Apartment.

 

Adieu Edinburgh, unsere Rundreise beginnt! Gefrühstückt wird irgendwo unterwegs - so der Plan.

 

Wir fahren die knappe halbe Stunde nach Rosslin durch, die Chapel macht erst um 9:30 auf. 

In Rosslyn Chapel wurde "Sakrileg" mit Tom Hanks gedreht. 

Also Zeit für das Frühstück - wenn es denn in diesem verschlafenen Ort so etwas wie ein offenes Restaurant gäbe...

Das Hotel vor Ort schickt uns zur Chapel, die haben ein Cafe.

Also schaue ich zum Eingang, ob man vielleicht schon hinein kann. Es kommt mir ein älterer Mann entgegen, der ganz unglücklich erzählt, daß sie wegen eines Straßenrutsches heute wahrscheinlich gar nicht aufmachen können.

War wohl nix, also weiter!

 

Bevor wir den Firth of Forth überqueren, bleiben wir noch einmal bei der Railway Bridge stehen und machen ein Flying Nikki Foto. Dann frühstücken wir im selben Lokal wie gestern Abend. 

Firth of Forth Bridges

drei Brücken überspannen den Firth of Forth

Railbridge Bistro

im Railbridge Bistro

Nächster Halt: Elcho Castle. Allein schon des Namens wegen müssen wir dort noch einmal vorbeischauen. Dabei bleibt es auch, denn die Burg hat von September bis April geschlossen. Über den Zaun schieße ich noch schnell ein Foto, die gelben Blätter vor dem blauen Himmel geben einen schönen Rahmen. 

Und weiter geht es durch bunte Laubwälder. Gelb, grün und hie und da ein bißchen rot, so zieht es an uns vorbei. Eigentlich an mir, denn Karsten schläft den Schlaf des Gerechten, hat er doch die halbe Nacht hustend wach gelegen.

 

Unser nächster Stopp hat auf jeden Fall geöffnet: die Hermitage bei Dunkelt ist ein Nationalpark. Durch hohe Douglastannen wandern wir ein paar Minuten zur Old Bridge, die pittoresk einen imposanten Wasserfall überspannt. Allein der Platz, von wo man ein schönen Blick auf die alte Steinbrücke hat, ist nicht so leicht zu finden. 

Mein erster Versuch von oben - flink über einen Holzzaun gekraxelt - findet bei Karsten nicht genug Anklang, er sucht derweilen einen besseren Spot von unten.

Dabei müssen wir über glitschige moosbewachsene Steine hanteln, immer in Gefahr, ins den schäumenden Fluß abzurutschen. 

Karsten opfert dem Fluß seinen Objektivdeckel und ist dementsprechend sauer.

 

Nach getaner Arbeit passiert es fast, ich kann mich gerade noch links an einem Strauch festhalten und rechts mit dem Stativ abstützen. Puh, das wär fast schief gegangen!

Elcho Castle

Elcho Castle
The Hermitage
The Hermitage

The Hermitage - Brücke über den River Braan von oben und von unten.

Als wir die Ruthven Barracks erreichen, hat es leicht zu regnen begonnen. Als eifrige Leserin von Diana Gabaldons Highlander Saga interessieren mich natürlich auch Gegenden und Gebäude, die in den Büchern vorkommen.

Diese verfallenen Gemäuer waren zum Beispiel die Vorlage für Ardsmuir, wo Jamie Fraser, der Hauptcharakter, lange Zeit in Gefangenschaft war. 

Ruthven Barracks ist die Vorlage für Ardsmuir aus der Highlander Saga von Diana Gabaldon.

Ruthven Barracks ist die Vorlage für Ardsmuir aus der Highlander Saga von Diana Gabaldon.

Loch an Eilein Castle

Loch an Eilein Castle
Im Zuge der Gewässerregulierung in Schottland wurde der Loch an Eilean um einige Meter aufgestaut. Dementsprechend stehen heute viele Mauerreste direkt am oder im Wasser.

Im Cairgorms National Park liegt Loch an Eilein. Ziel der meisten Wanderer ist ein Blick auf die malerisch auf einer Insel im See gelegene Ruine des Loch an Eilein Castles.  Ein kurzer Spaziergang führt vom Parkplatz am Ufer entlang in die Nähe der Insel. 

Loch an Eilein Castle

Es ist inzwischen 16 Uhr, das bedeutet, daß es in einer Stunde dunkel wird. Also fahren wir Richtung Elgin, dort ist die verfallene Kathedrale zu besichtigen. 

Ich überlege es mir aber am Weg dorthin anders und wir biegen Richtung Inverness ab. So wichtig ist die Kathedrale jetzt auch wieder nicht.

 

Die Zeit, die wir uns dadurch ersparen verlieren wir im fürchterlichen Verkehr in Inverness. Über eine halbe Stunde kreisen und stauen wir durch die Stadt. Merke: folge nie deinem Navi bei einer Straßensperre!

Gegen 6 Uhr erreichen wir das Wakefield Guesthouse und bekommen für 58 Pfund ein Zimmer mit Frühstück. Das Zimmer ist klein und abgewohnt, doch der große Vorteil des Hauses ist die Aussicht auf das gegenüberliegende Castle. 

 

Wir parken unser Auto in der Nebengasse und suchen uns ein Lokal fürs Nachtmahl.

Ein kleiner Verdauungsspaziergang in die Innenstadt rundet den Tag ab. 

Inverness Castle

In Inverness Castle ist heute das Gericht untergebracht.

 

Um 7:15 ist Tagwache. Hier müssen wir früh raus, damit wir den Tag optimal nutzen. 

Beim Duschen kommt mir spontan "Raindrops are falling on my head" in den Sinn. Ob das an den enormen Wassermassen liegt, die von oben kommen....?

 

Kurz nach 9 Uhr parken wir unseren Wagen beim Culloden Battlefield Visitor Center. Es ist sonnig aber eisigkalt, als wir aus dem Auto steigen. Karsten meint beruhigend: "Vielleicht ist es ja drinnen!". Sehr witzig!

 

Das Schlachtfeld von Culloden war 1746 Schauplatz des letzten großen Widerstandes der Schotten gegen die britische Herrschaft und bedeutete einen Wendepunkt in der Geschichte Schottlands.

Mit dem Disarming Act wurden die Clans aufgelöst und weite Teile der gälischen Kultur gingen in der Folge unter, da fortan die traditionelle Kleidung (Kilt und Tartan) und die Sprache unter Strafe verboten waren.

 

Dem eigentlichen Schlachtfeld - das tatsächlich im Freien ist - gewähren wir nur eine Stippvisite und verbringen eine halbe Stunde in der gut beheizten Ausstellung. 

Culloden Battlefield

Die Schlacht von Culloden vom 16. April 1746 zwischen englischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten fand auf dem Culloden Moor statt und war ein Wendepunkt in der Geschichte Schottlands. Sie beendete nicht nur den letzten Versuch der Stuarts, ihren Anspruch auf den Thron durchzusetzen, sondern leitete zugleich den Untergang der traditionellen schottischen Kultur ein.

Anschließend fahren wir eine Runde um den Lock Ness und machen Abstecher zu den Falls of Foyers und der Telford Bridge. Bei dieser alten Steinbrücke kraxeln wir wieder auf mit feuchte Blättern bedeckten Steinen herum. Das bunte Herbstlaub gibt aber auch einen wunderschönen Kontrast zu den schäumenden Wassermassen.

Falls of Foyers
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die 62 m hohen Falls of Foyers

Old Telford Bridge

Urquard Castle haben wir zwar vor 10 Jahren schon besucht, die Einführungsfilm ist aber so spektakulär gemacht, daß wir gerne noch einmal kommen. 

Nach einem Kurzfilm zur Geschichte der Burg geht die Leinwand in die Höhe, der Vorhang dahinter öffnet sich und die Ruinen der Burg liegen vor den staunenden Besuchern. 

Der Eingang zum Besucherzentrum ist nämlich auf Straßenniveau, von wo es keinen Blick auf die Burg gibt. Erst im Stock darunter kann man die Burg unten am Ufer sehen. 

Urquhart Castle

Urquhart Castle zählte in ihrer Blütezeit zu den größten Burgen in Schottland.

Warwulf, Urquhart Castle
Urquhart Castle

Warwulf-Modell - Diese Kriegsmaschine war feststehend oder auf Räder montiert und konnte Steinkugeln über 200 m weit schleudern.

Der Letzte macht das Licht aus!

Sonnenschein und Regen wechseln auch heute im Minutentakt. Das gibt auch einen schönen Regenbogen, der scheinbar in den Loch Ness eintaucht.

Doppelter Regenbogen über dem Loss Ness.

Doppelter Regenbogen über dem Loss Ness.

Obwohl es erst kurz vor 15 Uhr ist, müssen wir überlegen, wo wir heute noch hinfahren. Um 16:45 geht die Sonne unter und dann wird es schnell finster. 

Da die Wahrscheinlichkeit, zwei wild lebende Elche in einem Gebiet der Größe von Niederösterreich zu entdecken, relativ gering ist, lassen wir das Alladale Wildlife Resort aus und peilen die Falls of Shin an. 

 

Dazwischen liegen noch die Rogie Falls. Durch einen malerischen Laubwald führt ein kurzer Spaziergang zu einer Hängebrücke, die die breiten Fälle überspannt. Die Brücke naturgemäß ziemlich wackelig und schon sind wir wieder am Kraxeln...

Rogie Falls

Rogie Falls

Rogie Falls

unterwegs

Scotland, autumn, road
Rogie Falls

eine wunderschöne Landschaft bei den Rogie Falls

Rogie Falls

Ein netter Spaziergang durch den herbstlichen Wald.

Zurück im Auto verrät mir ein Blick auf die Benzinuhr, daß eine Tankstelle auch nicht verkehrt wäre. Doch die, an denen wir vorbeikommen, liegen auf der anderen Straßenseite. Das gibt es sicher auch bequemer.

Dann leuchtet das Tanklicht auf. Ok, ich habe noch 37 km bis zum Ziel, das geht sich auf jeden Fall aus.

Die nächsten 20 Kilometer fahren wir bei leichtem Regen durch eine immer dunkler werdende Einöde. Kein Haus weit und breit, geschweige denn eine Tankstelle. Das Tanklicht beginnt zu blinken.

 

Endlich wieder Zivilisation! Häuser, Licht, Menschen - nur keine Tankstelle. Karsten sucht mit dem Navi und leitet mich zur nächsten Tankstelle. Noch nie sind mir 12 Kilometer so lange vorgekommen und vor allem, es ist wieder nur undurchdringliche Finsternis um uns herum. Auch als das Navi "sie haben ihr Ziel erreicht" verkündet. Na bravo!

 

Als ich uns schon im Nirgendwo stranden sehe, kommen wieder ein paar Häuser in unseren Lichtkegel. Lairg, die größte Ansiedlung in der Umgebung. Bei einem kleinen Supermarkt fragen wir nach und tatsächlich gibt es hier eine Tankstelle. Nie ist mir eine Neontafel schöner vorgekommen!

 

Im Lairg Highland Hotel finden wir auch ein Nachtmahl und ein Bett.

Ob sie uns einen Tisch reservieren soll, fragt die Frau an der Rezeption. Mal ganz abgesehen davon, ob das wirklich notwendig ist, es wird nicht viele andere Möglichkeiten hier geben. Das sieht sie auch so und notiert unsere Zimmernummer. 

 

Das Zimmer ist wenigstens nett, wenn auch etwas kühl. Zum Schlafen ganz recht. 

Als Abendunterhaltung höre ich mir Karsten beim Duschen an - die britischen Heißwassergeräte haben so ihre Tücken!

 

Es ist etwas frisch geworden - am Auto sind die Scheiben leicht vereist. Das hatten wir doch schon einmal und flugs sind zwei Plastikkarten aus dem Geldbörsel gezogen. Damit kann man ganz gut die Scheiben abziehen, wenn man keinen Eiskratzer bei der Hand hat. 

Blatt mit Tropfen

In Lairg mussten wir in der Früh das Eis mit der Kreditkarte abkratzen. 

Zu den Falls of Shin sind es nur wenige Kilometer. Auf dem Weg dorthin steigt noch der Morgennebel vom Fluß auf, sehr idyllisch!

Es ist definitiv kälter hier, deutlich schwebt unser Atem vor uns her, als wir die Stiegen zu den Fällen hinabsteigen.

Hier gibt es auch Forellenleitern, doch zu dieser Jahreszeit wandern die Forellen nicht die Bäche hoch. 

Aber die Stromschnellen sind auch ein tollen Fotomotiv. Der Neutraldichte-Filter ermöglicht eine längere Belichtungszeit, was wiederum zu einem Effekt führt, wo das Wasser seidig-verwischt wirkt. 

Falls of Shin
Falls of Shin

Falls of Shin

Auf dem Weg nach Norden kommen wir direkt an Dunrobin Castle vorbei. Obwohl schon für den Winter geschlossen, könnten wir das Schoß und den Park fotografieren. Theoretisch, denn gerade vor der Einfahrt wird die Straße neu geteert und wir müssen hinter einem Auto im Konvoi daran vorbeifahren. Schicksal!

Unser nächstes Ziel liegt eineinhalb Autostunden entfernt und Karsten entdeckt die Audioeingänge in unsrem Zafira. Endlich sind wir nicht mehr auf die kratzenden schottischen Sender angewiesen, in denen die meiste Zeit gequatscht wird (leider nicht immer in schönem Schottisch), sondern können unsere Apple-Geräte ans Autoradio anschließen!

Karsten überrascht mich mit dem ersten Album von Chris de Burgh "Far Beyond These Castle Walls" - Gott, wie lange habe ich diese Lieder nicht mehr gehört. Und kann trotzdem jeden Song noch mitsingen.

 

So auch den Titelsong vom nächsten Album "Crusader" und dabei konzentriere ich mich so auf den Text, daß ich nicht so genau auf die Fahrgeschwindigkeit achte. Karsten sagt noch: "Hast du die Polizeistreife auf der Seite gesehen?". Ich, mit einem Blick auf das Navi: "Ich bin eh nicht viel zu schnell unterwegs". Und drossle brav bei der Einfahrt nach Wick auf 30 mph runter.

 

Als ich in eine Nebenstraße in Richtung Old Wick Castle einbiege, folgt mir ein Streifenwagen mit Blaulicht. 

Mist, also doch erwischt!

Ich darf mich zu den zwei netten Polizisten ins Auto setzen (es ist immer noch recht frisch im Freien) und dann werde ich nach allen Regeln der Kunst belehrt und man zeigt mir, daß ich in der 60er Zone 78 mph gefahren bin. Nein, ich brauch keinen Ausdruck, ich glaub es auch so!

Es dauert ein paar Minuten, dann bekomme ich einen Strafzettel über 100 Pfund ausgehändigt (den ich zu bezahlen habe, sonst wandere ich ins Gefängnis!!!) und auf meinen extra dafür erstellten (fiktiven?) britischen Führerschein erhalte ich drei Punkte. 

Den Strafzettel muß ich irgendwo in der Stadt bezahlen, ich verstehe immer nur "justice". Werd ich schon finden, die Stadt ist nicht so groß. Ich soll mich aber beeilen, die machen in einer halben Stunde Mittagspause!

Dann wünscht man mir noch einen schönen Urlaub und ich darf weiterfahren. 

 

Auf der Hauptstraße halte ich der nächstbesten Passantin meinen Strafzettel vor's Gesicht und frage, wo ich den bezahlen darf. "At the police station?" "No, anything with justice" "Ah, the Court of Justice!" 

Ist gleich vis-a-vis. 

Whaligoe Steps

Die Whaligoe Steps ist eine künstliche Treppe mit 365 Stufen, die zu einem natürlich geformten Hafen zwischen zwei Klippen führt - einst ein Landeplatz für Fischerboote.

Mich erinnert die Felsformation am Ende der Stufen an einen Elefanten. 

Ich also ins Gebäude rein, bei der erstbesten Tür angeklopft und gefragt, ob ich hier richtig bin. 

War ich zwar, doch die Beamtin hat ein Problem, weil sie meinen Fall noch nicht im Computer findet. Und ihre Kollegin ist grad nicht da...ich möge doch nach 14 Uhr wiederkommen. Na herrlich, eigentlich wollte ich hier keinen Kurzurlaub machen!

 

Aber es gibt eh ein paar Ziele in der Gegend, die wir anfahren wollten. Das Old Wick Castle zum Beispiel. Doch das stellt sich als ein paar verfallene Mauern heraus, noch dazu mit einem 800 m weiten Fußmarsch. Danke!

 

Was haben wir noch auf der Liste? Einen Leuchtturm, 6 km entfernt. Das geht sich gut aus.

Jetzt soll Karsten aber wieder "Crusader" spielen, schließlich wurde ich ja bei meinem Gesang rüde unterbrochen. 

Grad schön in Schwung verfehle ich auf einer Kreuzung beim Anfahren um Haaresbreite ein Auto, das vor mir nach rechts abbiegt - uff!

Tief durchatmen und weiterfahren. 

 

Der Leuchtturm und die daneben liegende verfallene Burg verführen uns nicht einmal zum Aussteigen, bzw. kann man sowieso nirgends parken. Also fahren wir wieder zurück nach Wick und gehen notgedrungen in ein Restaurant, wo wir die Dreiviertelstunde mit unnötigem Essen und Bericht schreiben verbringen. 

 

Dann darf ich endlich meine Strafe zahlen, dabei steigt in mir der Verdacht auf, daß die Beamtin ohne ihre Kollegin schlicht nicht wußte, wie sie das machen soll. Aber was reg ich mich auf....

 

John O'Groats kennen wir vom Wegweiser in Land's End. Es ist der nördliche Endpunkt des Costal Path und die nördlichste Ortschaft Grossbritanniens.

Das Wetter hat komplett umgeschlagen: war es den ganzen Vormittag sonnig mit ein paar Wolken am Himmel, kommt jetzt ein richtiger Sturm auf. Die Duncansby Stacks müssen deshalb ebenso daran glauben wie der Leuchtturm, vor dem wir kurz stehenbleiben. Ein paar Augenblicke außerhalb des Autos um meine Jacke anzuziehen, und ich bin schon ordentlich nass. Karsten steigt erst gar nicht aus.

 

Nicht einmal beim Wegweiser, der nach Land's End zeigt. Gerade als ich dort bei stürmischem Regen meine Fotos schieße, kommt ein junger Mann mit dem Fahrrad an. "Yes" ruft er und reißt die Faust in die Höhe.

Ich erfahre, daß er in 18 Tagen von Land's End bis John O'Groats geradelt ist. Immerhin etwas über 1400 Kilometer!

Ich mache mit seinem Handy noch zwei Bilder von ihm und wünsche ihm alles Gute.

John O'Groats

Das Luxushotel "at the end of the road" in John O'Groats

John O'Groats
Dunnet Head Lighthouse

der Wegweiser in John O'Groats

Dunnet Head ist der nördlichste Punkt der britischen Hauptinsel.

Da es bei so einem miesen Wetter keinen Sinn hat, irgendwelche schönen Strände aufzusuchen, tanken wir den Wagen voll und fahren in Richtung Smoo Cave. Nach einem guten Drittel der Strecke bleiben wir in Thurso und suchen uns eine Bleibe.

 

Wir finden das Murray House B&B. Das Zimmer ist ok, doch der WiFi Empfang miserabel. Dabei sind wir auf das WLAN angewiesen, denn selbst bei 3G Empfang haben wir keine Netzverbindung. Karsten hat die Vermutung, daß uns 3 die Verbindung gekappt hat. Vielleicht rufen wir morgen einmal dort an und fragen höflich nach. Denn eigentlich haben wir mit 3 Like Home die selben Konditionen wie zu Hause, also unbegrenzten Internetzugang. 

Karsten findet im Badezimmer eine WLAN Verbindung, ich sitze im Stiegenhaus und bringe mich facebookmäßig auf den letzten Stand.

 

Sobald wir wieder aktuell sind, fahren wir zum Tesco, den wir bei der Ankunft schon gesehen haben und kaufen ein paar Sachen ein. Dann kurven wir in der Gegend, bis wir bei einem Hotel endlich fündig werden und sehr gut zu Abend essen.

WLAN wird dort genutzt, wo der beste Empfang ist.

 

Keine so gute Nacht. Karsten hustet sich eine gute halbe Stunde im Bett weg, dann wandert er ins Badezimmer aus. Dort liest er, weil er sitzend keinen Hustenreiz hat. Da es aber ziemlich kalt ist, kommt er nach einer weiteren halben Stunde wieder ins Bett. 

Die Bettdecke ist so dick, daß es entweder ständig irgendwo reinzieht oder ich vor Hitze umkomme. Ich kann Doppelbetten mit nur einer Decke nicht ausstehen!

 

Nach dem Frühstück fahren wir fast zwei Stunden durch den nördlichsten Teil Schottlands. Tolle Ausblicke auf den Atlantik und plötzlich stehen drei Hirsche auf der Straße. Ich schieße schnell ein Bild mit dem Handy. Jede Viertelstunde wechselt das Wetter und belohnt uns mit einem gigantischen Doppelregenbogen. Kaum verlassen wir zum Fotografieren das Auto, fallen dicke Tropfen vom Himmel. 

Eh kloa!

Regenbogen

nach jedem Regen folgt ein wunderschöner Regenbogen

Ard Neakie

Ard Neakie

Gegen 11 Uhr erreichen wir die Smoo Cave. Hiervon habe ich im Internet tolle Bilder von einem Wasserfall in der Höhle gesehen. Dementsprechend neugierig steigen wir die Stufen zum Eingang der Höhle hinab. 

Ein gewaltiger Trichter führt uns wenige Meter in die Höhle, dort wurde ein überdachter Holzsteg zur Waterfall Chamber.

Das ist eine kleine Höhle, durch ein Loch in der Decke stürzen riesige Wassermassen herab. Die Gischt, die dadurch erzeugt wird, ist so massiv, daß wir gleich wieder umdrehen. Hier ist Fotografieren schlicht unmöglich! 

Ich wage einen Versuch mit dem Handy und erhalte ein relativ gutes Ergebnis. 

Dadurch ermutigt, stellen wir die Kamera im Trockenen ein, begeben uns ins Duschhaus und schießen ein, zwei Bilder. Das machen wir ein paar Mal, bis wir halbwegs brauchbare Fotos haben. 

Dafür sind unsere Hosenbeine bis zu den Knien feucht. Bei 7° Grad nicht gerade angenehm.

Dankbar saugen wir die Wärme des Autos in uns auf!

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Eingang zur Smoo Cave

Eingang zum Wasserfall

Smoo Cave

Der Wasserfall in der Smoo Cave. Der Wasserdruck war derartig stark, daß wir innerhalb von Sekunden klatschnass waren.

Die Stative waren auch sinnlos: rein - schnell ein Bild und wieder raus!

Bei der Weiterfahrt trocknen unsere Hosen rasch. Draußen wechseln sich Sintflut und Sonnenschein ab. 

Trotzdem oder gerade deswegen fahren wir zum Bealach na Ba, einen 625 m hohen Paß. Der Himmel öffnet gerade wieder einmal seine Schleusen und vor mir ein Lulli von Autofahrer. Gott, wie ich die maximal 40mph Fahrer liebe! Da fährt er zum Glück in einen passing place, weil uns ein großer Lastwagen entgegenkommt. Ich, nicht blöd, fahren an ihm vorbei uns stelle mich in den nächsten passing place. Der LKW kann passieren und schon bin ich vorne, ha!

Durness Beach

Durness Beach

Ardvreck Castle
 

Die Ruine von Ardvreck Castle

Je höher wir uns auf der einspurigen Straße schrauben, desto weißer der Straßenrand. Offensichtlich hat es in dieser Höhe gerade geschneit. Jetzt wird der Boden rutschig, die Räder drehen im 3. Gang auch schon mal durch. Also fahre ich die letzten Kilometer im 2. Gang. Beim Aussichtspunkt sieht man eigentlich nicht wirklich viel, aber ein Foto muß auf jeden Fall gemacht werden. Allein schon wegen des Track My Tour Eintrages. 

Beim Öffnen reißt es mir fast die Tür aus den Angeln, so schlimm weht der Wind hier heroben. 

Bis ich die Jacke anhabe, bin ich fast erfroren.

Weil ich auch immer meine Augen so aufreißen muß! Zurück im warmen Auto fehlt mir plötzlich eine Kontaktlinse. Ist jetzt nicht weiter schlimm, ich habe ja Ersatzlinsen mit, außerdem ist heute eh der Monatsletzte. Selbstverständlich fängt es in dem Moment, wo ich ohne Jacke im Kofferraum nach den Linsen krame, zu regnen an...

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Eilean Donan, die wohl bekannteste schottische Burg (Highlander). Grad richtig zum Fotografieren.

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das Eilean Donan Castle ist wohl das bekannteste Motiv in Schottland

Erst danach suchen wir ein Quartier und das erste Mal in diesem Urlaub sehen wir durchwegs "No Vacancies" Schilder. 

Einzig das Dornie Hotel hat Zimmer frei - aber kein WiFi. 

Da wir seit zwei Tagen trotz 3 Like Home und 3G kein Internet empfangen können, sind wir auf die Zugänge in den Unterkünften angewiesen. 

Geht also auch nicht! 

In der Dunkelheit fahren wir Richtung Kyle und finden so das Seadrift B&B. Wir sind die einzigen Gäste, deshalb wollte uns die Besitzerin eigentlich auch nicht nehmen. Zu unserem Glück hat sie es sich aber doch anders überlegt, sie kann halt niemanden wegschicken.

Und es gibt einen Twin Room - meine eigene Decke!

 

Wir bringen unsere Taschen ins hübsche Zimmer und fahren zurück zum Eilean Donan Castle, das jetzt beleuchtet ist. Noch eine Fotorunde. 

Nachtmahl gibt es dann im Dornie Hotel.  Es gibt Haggis Suppe - muß man nicht gegessen haben.

Dafür ist der Haddock ausgezeichnet. Fish and Chips geht immer!

Eilean Donan Castle at night

das beleuchtete Eilean Donan Castle in der Blauen Stunde

Fish and Chips

Fish and Chips im Dornie Hotel.

 

Heute gibt es "nur" Continental Breakfast, was aber wirklich ok ist, nach einer Woche Full Scottish...

 

Zuerst geht es zum dritten Mal zum Eilean Donan Castle und Nikki muß "was Hackelen". Der Regen setzt dafür kurz aus, sehr nett!

So einsam wie es auf diesem Bild scheint, liegt die Burg aber nicht.

Da wir unsere letzte Barschaft für das B&B verbraucht haben, geht es anschließend nach Kyle of Lochalsh und zu einem Bankomat. 

Dann sind wir auch schon auf der Skye Bridge, die die Insel Skye mit dem Festland verbindet. Vor 10 Jahren mußten wir hier noch Maut bezahlen, in der Zwischenzeit ist die Benutzung gratis. 

 

Das Auto macht komische Geräusche. Beim Starten klappert etwas im Motor und bei 70 kmh beginnt ein klopfendes Geräusch. Ich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, uns von der Zivilisation immer weiter weg zu bewegen.

 

Bei unserem ersten Halt schauen wir auch sofort unter die Motorhaube, doch der Motor läuft schön rund. Wahrscheinlich erzeugt der Verschluß des Wasserbehälters das klopfende Geräusch. Ich bin erleichtert und wir gehen die Sligachan Bridge - eine alte Steinbrücke - fotografieren. 

Flying Nikki vor dem Eilean Donan Castle

Flying Nikki vor dem Eilean Donan Castle

Sligachan Bridge Isle of Skye

die Old Sligachan Bridge auf der Isle of Skye

Erleichtert setzten wir unseren Weg fort, beschließen aber Angesichts des immer wieder einsetzenden Regens, auf die komplette Umrundung von Skye zu verzichten. Daher geht es gleich quer an die Westküste zum Dunvegan Castle. Leider haben wir uns nicht ordentlich informiert, denn die Burg hat schon zu. Auch egal, wir haben sie sowieso schon gesehen und es war kein arger Umweg. 

 

Dann geht es eine abenteuerliche Straße - selbstverständlich einspurig - zum Neist Point Lighthouse. Sehr viel Gegenverkehr und endlich sehen wir auch Highland Rinder. Bislang sind wir ja nur mit Unmengen von  Schafen gesegnet, die gottseidank sehr stoisch am Straßenrand grasen, wenn ich zügig vorbeiziehe. 

 

Am Neist Point weht ein ordentlicher Wind, doch das hält uns nicht ab und wir machen uns an den Abstieg zum Lighthouse. Der Weg ist ziemlich lang und uns genügt eine Stelle etwas oberhalb des Leuchturms, von wo wir unsere Bilder schießen. 

Neist Point
Neist Point Lighthouse

Neist Point Lighthouse, Isle of Skye - kurz vor dem Weltuntergang

Gerade als wir uns auf den Rückweg machen, geht ein Hagelschauer los und innerhalb weniger Minuten sind wir waschelnass. Sogar durch die Outdoorjacke dringt das Wasser, von meiner Hose ganz zu schweigen. 

Ich gebe Karsten den Autoschlüssel, denn Marathon den Berg hinauf hab ich jetzt nicht mehr drauf. 

Beim Auto angekommen geht gerade der nächste Hagelschauer nieder, den ich windabgewandt abwarte. Nasser kann ich sowieso nicht mehr werden.

Karsten sitzt im Auto und hat die patschnasse Hose ausgezogen. Ersatzhose hat er deshalb keine mit, damit unsere kleinen Freunde Platz in der Reisetasche haben.

 

Als der Regen wieder nachlässt, schnappe ich mir eine trockene Hose und ein T-Shirt aus der Tasche und gebe Karsten meine dritte Hose. Dann gehe ich mich in einer Baracke umziehen. Dann bin ich wieder, bis auf die Schuhe, trocken gekleidet und die Welt schaut schon wieder freundlicher aus!

Die nassen Sache werden im Auto so gut es geht zum Trocknen aufgelegt bzw. aufgehängt.

 

Karsten ist schlecht gelaunt, er fürchtet, daß er sich noch mehr verkühlt.

Wir haben aber noch etwas vor, daher halte ich bei der Weiterfahrt nach einem Shop Ausschau und tatsächlich finden wir einen Outdoor-Shop. Dort kauft sich Karsten eine Wanderhose und ich nehme eine wasserdichte Überhose mit. 

So ausgerüstet fahren wir Richtung Süden zur den Fairy Pools. Das Wetter scheint es jetzt auch gut mit uns zu meinen: mehr als die Hälfte des Himmels ist schon blau und die Sonne setzt sich tapfer gegen die Wolken zur Wehr.

 

Der Parkplatz, wo der Weg zu den Fairy Pools beginnt, ist ziemlich voll, was ich als gutes Zeichen werte. In der weiten Moorlandschaft sieht man vereinzelt bunte Punkte durch die Gegend streifen.

 

Diesmal ziehe ich vier Schichten übereinander, meine Jacke ist an den Ärmeln immer noch feucht. Außerdem kommt gleich meine neue Überhose zum Einsatz. 

Nach den ersten Schritten merken wir, daß Gummistiefeln auch eine gute Wahl gewesen wären. Wir suchen uns unseren Weg zwischen Sumpf und Matsch. 

Plötzlich stehen wir an einem Bach und müssen uns über nasse Steine auf die andere Seite hanteln. Mir fällt ein, daß im im Internet einen Bericht gelesen habe, wo genau dieser Übergang beschrieben war. Die Schreiberin hat damals hier umgedreht. 

Wir natürlich nicht, noch dazu mit Fotoausrüstung und Stativtasche. So halten wir uns gegenseitig an den Händen und Karsten tastet sich vorsichtig vor. So kommen wir unbeschadet ans andere Ufer und setzen den Weg fort. 

Es dauert noch eine ganz schöne Weile, dazwischen wieder ein kleiner Hagelschauer - da kann es Minuten vorher noch so schön sein - und eine zweite Bachüberquerung. Endlich sind wir bei den Fairy Pools angekommen. Klare blaue Becken unterhalb einiger kleiner Wasserfälle. Ein schönes Fotomotiv. 

Wenn es denn sonnig wäre. 

Es ist aber stürmisch und grau, weshalb Karsten ganz auf Bilder verzichtet. Ich versuche ein paar Schnappschüsse, mehr ist bei dieser Witterung nicht drin. Die Stative bleiben auch in der Tasche.

Fairy Pools, Isle of Skye
Fairy Pools, Isle of Skye

Die Fairy Pools erreicht man nach einer 45minütigen Wanderung am River Brittle entlang, den man auch zwei Mal über Steine überqueren muß.

Fairy Pools, Isle of Skye

Fairy Pools, Isle of Skye

Dann gehen wir wieder zurück, von kleinen Regenschauern begleitet. Neben dem Auto ziehe ich mir das dritte T-Shirt an diesem Tag an, diesmal feucht vom Schwitzen.

Fairy Pools, Isle of Skye

am Rückweg von den Fairy Pools

Das war's dann für heute, der nächste Point of Interest liegt über 2 Stunden Autofahrt entfernt. Wir machen uns auf den Weg. 

Bevor wir die Insel wieder verlassen, tanken wir den Wagen noch voll. Man weiß ja nie...

 

Der schnellste Weg führt über eine Fährverbindung von Armadale. Bei der Tankstelle frage ich sicherheitshalber nach, ob die Fähre eh eine gute Idee ist. Die Alternative ist ein Umweg über 100 km.

Der junge Mann versichert mir, daß das die beste Verbindung ist und sagt noch, daß die Fähren bis 18 Uhr auslaufen. 

 

Also machen wir uns auf den Weg, Armadale ist 20 Minuten entfernt. Bei der Abzweigung steht eine große Tafel "The next ferry is cancelled" und darunter eine Telefonnummer. Die funktioniert aber irgendwie nicht (möglicherweise habe ich eine 0 vergessen...), auf jeden Fall wagen wir den Weg dorthin.

Um zu erfahren, daß die Autofähre defekt ist und eventuell morgen wieder verfügbar ist. Es fahren ja nur zwei Fähren pro Tag (auch interessant, das jetzt zu erfahren!), in der Früh um 9:25. 

Das ist uns eh zu spät also drehen wir um und fahren die ganze Strecke zurück. Über die Skye Bridge verlassen wir Skye und dann fahre ich noch 170 km bis Fort William.

 

Ohne Internet ist es etwas schwieriger, ein B&B zu finden. Doch mit dem Navi lasse ich mich in eine Gegend führen, wo es ein paar Hotels gibt und so werden wir schnell fündig. 

Wir landen schließlich im Caberfeidh Bed & Breakfast, die Besitzerin ist etwas irritiert, daß wir im Zimmer gleich ausprobieren, ob das WiFi wirklich empfangen werden kann. So oft verspricht man uns einen Internetempfang im Zimmer und dann reicht das Signal gerade bis zur Tür.

 

In die Fußgängerzone von Fort William haben wir auch nur einen Hupfer, wir essen im populären The Crofter.

Nebenan in der Bar grölt die besoffene Dorfjugend zu "American Pie".

Tag 8 - Samstag, 2.11.13 - Glenfinnan Viaduct - Stirling Castle

 

"What a fine day" sagt unsere Wirtin in der Früh. Nicht schwer, nach dem gestrigen Tag.

Nun ja, zumindest regnet es nicht, als wir Ft. Williams verlassen.

 

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir das Glenfinnan Monument. Das nehmen wir fotografisch mit, weil es am Weg liegt. Eigentliches Ziel ist aber das Glenfinnan Viaduct, das sich malerisch in die Gegend biegt. Dieses Eisenbahnviadukt ist aus den Harry Potter Filmen bekannt. 

 

Wir müssen ein bißchen gehen, mit dem Auto kommt man nicht ganz hin. Nikki nehmen wir mit, der muß sich heute wieder seine Kekse verdienen. 

Glenfinnan Monument

Das Glenfinnan Monument markiert den Ort, an dem Bonnie Prince Charlie 1746

nach seiner Niederlage in der Schlacht von Culloden Schottland auf der Flucht verließ.

Glenfinnan Viadukt
Glenfinnan Viadukt

Das Glenfinnan Viadukt ist aus diversen Harry Potter Filmen bekannt.

Kaum sitzen wir im Auto, fängt es auch schon zu regnen an. Es folgt eine zweieinhalbstündige Autofahrt bei strömendem Regen nach Stirling. Noch dazu durch eine der schönsten Gegenden Schottlands - ärgerlich!

Nicht nur, daß wir dabei nicht viel sehen, so eine Autofahrt ist ganz schön anstrengend und die Überholmanöver haben es in sich! Aber ich kann nun mal nicht hinter so langsamen Döseln herfahren, da werd ich unrund...

 

In Stirling besuchen wir das Castle, drinnen ist es wenigsten trocken und warm! So ein grausliches Wetter und das Thermometer zeigt 6°. 

So beschließen wir, in Stirling zu bleiben und von hier morgen früh zum Flughafen zu fahren.

Stirling Castle

Stirling Castle

in der Hofküche von Stirling Castle

in der Hofküche von Stirling Castle

in der Hofküche von Stirling Castle93.jpg

Was mag er wohl angestellt haben?

Die meisten B&Bs haben schon zu, so viele No Vacancies Schilder sieht man sonst nur zur Hauptsaison. 

So auch mein Favorit, also nehmen wir das nächstbeste Haus, das noch etwas frei hat. 

 

Zunächst müssen wir noch etwas Bargeld besorgen, der Kreditkartenterminal im B&B funktioniert nicht. Wer's glaubt.

 

Nach dem Einzug checke ich uns für den Flug morgen ein, dabei stellt sich heraus, daß der Flug statt um 13:50 schon um 12:45 ist. Da habe ich wohl nicht die letzte Version meiner Rechnung mitgenommen. Oder der Flug wurde noch einmal verschoben. Alles ist möglich!

 

Zum Nachtmahlessen fahren wir in die Innenstadt von Stirling, ein Steakhouse namens "The Kilted Kangaroo". Hinter uns findet das monatliche Treffen der anonymen Hausfrauen statt. Das hysterische Gekreische findet erst ein Ende, als die Fütterung einsetzt. Das Essen ist nicht berauschend.

 

Später am Abend schauen wir uns im Fernsehen die Liveübertragung zum 50. Jahrestages des National Theatres an, in der Benedict Cumberbatch einen kurzen Auftritt aus 'Rosencrantz and Guildenstern are Dead' hatte. 

So hatte der "Not so fine day" doch noch ein gutes Ende!

Leider hatten wir keine Zeit mehr, das Wallace Monument zu besichtigen, fanden aber direkt darunter unser letztes Quartier.

Tag 9 - Sonntag, 3.11.13 - Abreise

 

Selbstverständlich ist heute wieder ein strahlend schöner Tag! 

Aber wir nehmen Schottland sein Wetter nicht übel, so ist halt die Natur.

Wallace Monument
Wallace Monument

Das Wallace Monument ist ein 67 m hoher vierkantiger Turm, welcher 1869 bei Stirling zum Gedenken an William Wallace errichtet wurde.
Hier von Stirling Castle aus gesehen.

Angeblich soll Wallace von diesem Hügel aus die englische Armee beobachtet haben, ehe er die schottischen Truppen beim Angriff befehligte. Die Bauzeit betrug acht Jahre. Ortsansässige behaupten, man habe den Turm als Attraktion für englische Touristen erbaut.

Um 7:30 stehen wir auf und packen unsere beiden Taschen neu. Dann wird uns von Igor (dieser Name fällt mir Angesichts des jungen Mannes spontan ein) das Frühstück zubereitet und um 9 Uhr sind wir schon am Weg zum Flughafen. Der ist 50 km entfernt und über die M9 sind wir in 46 Minuten dort. 

 

Das Auftanken dauert 10 Minuten. Wie kommt man nur auf die Idee, die Tankstelle gegenüber der Abfahrt zum Flughafen zu machen. So müssen wir jedes Mal über einen Kilometer fahren, umdrehen und wieder zurückfahren. Idiotisch! Zum Glück haben wir Zeit genug.

 

Die Mietwagenrückgabe ist auch unspektakulär, zu Fuß geht es weiter zum Flughafen. Es hat 8°, es ist deutlich kälter als bei unserer Ankunft vor acht Tagen. 

 

Im Flugzeug nach Frankfurt werden Karsten und ich kurzerhand zu Statisten der Flugbegleiterin, die uns die Objekte für die Sicherheitsvorführung zum Halten in die Hand drückt.

 

Der Frankfurter Flughafen punktet wieder negativ mit dem nochmaligen Durchwandern der Sicherheitsschleuse bei Anschlußflügen. Außerdem ist der Scanner so sensibel eingestellt, daß nahezu jeder Passagier durchsucht werden muß. Ich hätte mir die Reißverschlüsse abmontieren sollen....

Karstens Rucksack wird natürlich auch wieder auf Sprengstoff untersucht. 

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Zwischenlandung in Frankfurt

 

Der Flug nach Wien ist kurz und wir landen pünktlich. Dann gönnen wir uns ein Taxi nach Hause.

Innerhalb von 10 Minuten sind beide Taschen aus- und weggeräumt und um 21:15 hat uns mit der neuen Folge von "Navy CIS Los Angeles" der Alltag wieder...

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